Armut als Kriterium der Standortwahl
22. Mai 2009 | von Marco Atzberger | Kategorie: Leitartikel / Lead articleDer Deutsche Paritätische Wohlfahrtverband mit Sitz in Berlin hat eine Studie zur Verteilung der Einkommen unter dem Titel Der erste Armutsatlas für Regionen erstellt.
Bei einer bundesweit durchschnittlichen Armutsquote von 14,3 Prozent reichen die in dem Atlas erstmals veröffentlichten regionalen Armutsquoten von 7,4 Prozent im Schwarzwald bis zu 27 Prozent in Vorpommern.
Wenngleich es auch Kritiker zu dem in der Studie verwendeten Armutsbegriff als sozio-kulturelles Existenzminimum gibt, offenbart der Atlas eine beachtliche Einsicht in das Ost-West-Gefälle und identifiziert Inseln der Wohlfahrt in Meeren der Tristesse.
Interessant ist die Möglichkeit dieses Kriterium der Armut bei der Planung insbesondere langfristig angelegter Investitonsentscheidung in Standorte und Immobilienentwicklungen zu berücksichtigen. Meines Wissens erfolgt dies heute nicht, obgleich dies ein bemerkenswert grundlegender Ansatz sein könnte, Zielmärkte und Einkommen jenseits eines durchschnittlichen Kaufkraftindexes zu bewerten.
Die Website zum Armutsatlas ist durchaus gelungen und bietet interaktive Elemente, ebenso wie eine Downloadmöglichkeit der Gesamtstudie.

Das ist eine sehr langfristig gedachte Idee, den Armutsatlas für die Standortplanung zu berücksichtigen. Bei uns denken wir in kurzen Zyklen von ca. 5 Jahren zwischen Öffnung und Schließung von Standorten.
Aber trotzdem ein Gedanke ist es wert, einmal über die typischen Faktoren hinaus zu schauen. Danke!
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Der Armutsatlas setzt auf den offiziellen Armutsbericht der Bundesregierung vom Juli 2008 auf.
Auch den sollte man gelesen haben. Eine Kurz- und eine Langfassung finden sich auf den BMAS - Seiten zum Herunterladen.
Es lohnt sich zu Lesen, nicht zuletzt deshalb, weil der verwendete Armutsbegriff nicht unbedingt intuitiv ist.